Es passiert hier und jetzt.
In dieser Zeit,
an diesem Ort.

Ein Raum
für Imagination
und Widerspruch.


In einer Zeit, in der große Teile der Welt von einem antagonistischen Populismus regiert werden, der Politik als einen Kampf zwischen dem anständigen „gewöhnlichen“ Volk und einer korrupten Elite darstellt, ist der vielschichtige subtile Raum, der durch die zeitgenössische künstlerische Praxis geschaffen wird, von besonderem Wert.
In Gesellschaften, in denen Äußerungen immer transparenter kommuniziert werden und anfällig sind für (Fehl-)Interpretationen und (missbräuchliche) Aneignung, gibt es einen hohen Bedarf an Ausdrucksformen, die auf Intuition setzen.
Die Künste und insbesondere jene, die live stattfinden, verfügen über die Fähigkeit, spontane Gesten wiederzufinden, uns von vorgefertigten Diskursen wegzuführen und einen Raum für Imagination und Widerspruch zu sichern.
Bei den Wiener Festwochen kann man Visionen erleben, die Offenheit und Neugierde auf das scheinbar Fremde und Unbekannte fördern.

Das Festival versucht ein Gegenmittel für jede Form von Selbstüberhebung zu sein, für jeglichen Reflex von Konservatismus, für die Tendenz, das zu schützen, wovon wir Angst haben, es zu verlieren. Um der Kurzsichtigkeit entgegenzuwirken, behaupten die Festwochen, dass es sich lohnt, die Fenster zu öffnen, die Welt zu sehen. Ihre Vision von Wien ist nicht die einer abgeschotteten Stadt, sondern die eines pulsierenden Ortes, an dem Weltoffenheit vorherrscht – eine Stadt, die nach vorne blickt. Eine Weltstadt, die sich mit Migration und wechselnden Identitäten beschäftigt und sich, über das touristische Image hinaus, auch im 21. Jahrhundert als ein fortschrittliches und kreatives Zentrum etabliert.

Über einen Zeitraum von fünf Wochen lädt das Festival dazu ein, sich mit Komplexität und Nuancierungen auseinanderzusetzen – mit den Werken von mehr als 40 Künstler*innen, starken originellen Stimmen, die sich dem Trend und einer normativen Korrektheit widersetzen. Großes Interesse hat das Festival an Künstler*innen, die Disziplinen öffnen und so den durchlässigen Raum zwischen den künstlerischen Sprachen neu definieren. Die Wiener Festwochen präsentieren nicht nur bemerkenswerte künstlerische Arbeiten, sondern bieten auch Raum für Gespräche, Workshops … und Partys! Von der Donaustadt zum Volkstheater und zu den Gösserhallen – die wandernde Festwochen Bar ist immer ein Ort der Begegnung und des Austauschs.

Christophe Slagmuylder (Intendant)
und das Team der Wiener Festwochen


P R O G R A M M K A R T E N P R O G R A M M B U C H